Nach Abschluss dieser wohltuenden Zeit hat mich dann meine Schwester zurück nach England begleitet, was mir dann auch den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben hier etwas versüßen konnte.


Bei der ersten Gelegenheit war natürlich gleich ein strammes Sightseeingprogramm angesagt: Zuerst gingen wir zum Buckingham Palace, um nachzuschauen, ob die Queen denn auch zu Hause ist. Weiter führte uns unser Marsch dann durch den St. James Park zum Trafalgar Square inklusive National Gallery und, nicht zu vergessen, Blick auf die Kirche St. Martin-in-the-fields. Nachdem wir dann noch den kostenlosen Eintritt in die Nationalgalerie ausgenutzt hatten, machten wir uns weiter auf den Weg durch Englands Metropole.
Das nächste Ziel: Piccadilly Circus. Sehr vorteilhaft für diese Umgebung war die bereits angebrochene Dunkelheit, die die Lichter und Farben besonders zur Geltung kommen lässt. Selbiges gilt ebenso für den Weg an der Themse, welchen wir aschließend von der Millenium Bridge bis zur Westminster Bridge entlang spazierten - vorbei an herrlichen Aussichtspunkten auf zwei der bekanntesten Merkmale Londons: Das London Eye sowie Big Ben.


Nach diesem London-Einstieg verbrachten wir einen verregneten Nachmittag auf dem Camden Lock Market - im Prinzip immer einen Besuch wert, aber bei schlechtem Wetter (und mit trotzdem noch sehr vielen Menschen) doch ein wenig anstrengend. Demnach dann also am darauffolgenden Tag ab auf die Oxford Street. Hier kann man ich in ein Geschäft nach dem anderen stürzen, nach Belieben Klamotten anprobieren, nach Vermögen Geld ausgeben und vorallem vor dem schlechten Wetter flüchten.


Da wir aber noch längst nicht shopping-befriedigt waren und außerdem auf der Suche nach besonderen Einkaufserlebnissen, machten wir uns also am Wochenende auf zu zwei ganz besonderen Wochenendmärkten in London. Am Samstag zunächst der berühmte Protobello Road Market in Notting Hill. Zum Teil, weil wir an diesem Tag etwas mehr mit gutem Wetter gesegnet waren, und zum anderen, weil dieser Stadtteil einfach genial ist: Wir hatten einen ganz hervorragenden Tag inmitten von bunten Häusern, verschiedensten Marktständen und facettenreichen Menschen.



Den perfekten Abschluss für diesen Tag bildete dann ein Besuch im Royal Opera House. Auch wenn das musikalische Ohr natürlich immer die eine oder andere Kleinigkeit auszusetzen hat: In diesem weltklasse Haus haben wir wirklich einen Abend verbracht, bei dem die Inszenierung, das Bühnenbild, die Sänger und nicht zuletzt das Ambiente gemeinsam für ein unvergessliches Erlebnis gesorgt haben.


Ein weiterer sehenswerter Markt erwartete uns am Sonntag nahe der Bricklane. Bevor meine Leser jetzt allerdings denken, wir hätten uns ausschlielich der Kauflust hingegeben: Nein, nein! Zuvor gönnten wir uns noch einen Abstecher zu den nahe beieinander liegenden Bahnhofe King's Cross und St. Pancras. Der eine berühmt durch die vielen Harry Potter Romane, der andere durch einige Eurostar Geschichten...

Später dann auf zur Bricklane. Hier eröffnen sich regelmäßig die Tore des Spitalfields Market sowie einmal pro Woche zusätzlich des Sunday Up Markets. Insgesamt gab es hier ebenfalls wieder sehr viel sehen, zu kaufen, zu essen, zu probieren... Allerdings gab es ebenso viele Menschen, die das selbe vorhatten wie wir. Dementsprechend musste man gute Nerven haben, um das Schlendern genießen zu können und man musste viel Geduld haben, um etwas essbares zu ergattern. Aber dennoch kann ich auch diesen Markt nur empfehlen. Besonders jenen, die gern in Vintage-Läden und an Second-Hand-Ständen stöbern. Auf dem Sunday Up Market sind diese Personen ebenso gut aufgehoben wie in Notting Hill.


Nachdem ich mit den vielen Märkten eine für mich noch ziemlich neue Facette Londons kennengelernt hatte (eine ganz großartige Facette, dank dir, Frauke!), haben wir uns an unserem letzten kompletten Tag in London nochmal aufgemacht, die Seite der Stadt zu bewundern, die ich schon etwas besser kannte. Die Seite der Kirchen und Museen.
Da war zunächst die gigantische und unfassbar beeindruckende St. Paul's Cathedral. Dazu kann ich eigentlich nur zwei Dinge sagen: 1. Geht hin und guckt es euch an! 2. Klettert, wenn ihr könnt, an einem schönen Tag die insgesamt 528 Stufen auf die obeste Aussichtsplattform und genießt einen unbeschreiblichen Blick über London!



Nach der Kultur ging es weiter mit Kunst und Wissenschaft. Der National Gallery statteten wir vor lauter Begeisterung (und weil sie beim ersten Besuch zu großen Teilen gesperrt war) einen zweiten Besuch ab und nach einem Schönwetterspaziergang (ja, endlich Sonne!!!) durch den Hyde Park inklusive Eichhörnchenbegegnungen haben wir uns noch über Dinosaurier sowie den menschlichen Körper im Natural History Museum bilden lassen.


Alles in allem kann ich nur sagen: Wir haben viel mehr tolle Dinge gemacht, als hier Erwähnung finden können und ich habe die Tage sehr genossen. Es tat ausgesprochen gut, jemanden hier bei mir zu haben, der mir nahe steht und mich gut kennt im Kontrast zu einer Umgebung, die ich zwar mag, die mir aber nicht vertraut ist - zumindest nicht so, wie "zu Hause" ...
Dienstag, 9. März 2010
Ein anderes London
Im Februar war es mal wieder soweit: Half term holidays - was für eine herrliche Erfindung! Sie ermöglichten es mir diesmal, eine gute Woche in Deutschland zu verbingen und nicht nur einen wichtigen Geburtstag mit einer wichtigen Person zu feiern, sondern auch viele "alte Bekannte" wieder zu sehen.


DANKE FRAUKE!!!
P.S.: Entschuldigung an alle: Das Layout ist absolut missraten und vor lauter Müdigkeit bekomme ich es heute nicht mehr besser hin... Ich hoffe, ihr lest trotzdem!
Mittwoch, 27. Januar 2010
Canterbury - Erzbischof und Chaucer
Nachdem das neue Jahr nun schon einige Wochen alt war, wurde es Zeit für den nächsten Kurztrip. So haben wir uns also zu viert für ein Wochenende nach Canterbury aufgemacht - bekannt durch das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche sowie auch einen der ersten englischen Dichter.
Schon der Beginn unserer Reise war in gewisser Weise bemerkenswert, denn wir sind von dem umwerfend riesigen und wundervoll renovierten Bahnhof St Pancras International gestartet. Ganz genau, da, wo auch die Eurostars losfahren, die dann später im Tunnel steckenbleiben... Wie dem auch sei, unsere Hinfahrt war jedenfalls problemlos und sehr bequem mit einem schicken High Speed Train, der irgendwie trotzdem an jedem Dorf gehalten hat. Nachdem wir in Canterbury unser Hostel gefunden hatten (unser Tipp: verlasst euch niemals auf Wegbeschreibungen, guckt euch immer eine Karte an!), konnten wir erstmal gemütlich ankommen und unsere tolle Unterkunft genießen. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie habe ich hier auf der Insel immer nur Glück mit den Hostels!
Unser erster Programmpunkt hieß natürlich: Die Stadt erkunden sowie die Touristeninformation finden. Beides erfolgreich abgeschlossen begaben wir uns dann in die berüchigte Canterbury Cathedral. Und ohne zu übertreiben kann ich behaupten: Das ist wirklich eine der mächtigsten, schönste, größten und beeindruckendsten Kirchen, die ich in meinem Leben bisher betreten durfte! Allein die Größte ist natürlich schon beeindruckend. Dazu kommen dann noch eine atemberaubend lange und auch spannende Geschichte sowie auch wunderschöne und liebevoll gestaltete Details.
Anschließend an diesen ausgesprochen lehrreichen und beseelenden Kathedralenbesuch war dann die Essenssuche angesagt. Nachdem wir uns zunächst in einem Café darauf geeinigt hatten, dass wir als nächstes einen Pub zum Abendessen suchen wollten, stellte sich heraus, dass die meistens dieser Art in Canterbury nach 17 Uhr keine Speisen mehr servieren... Aber zum Glück sind die Briten ja so außerordentlich höflich und es fand sich ein netter Herr, der uns einen erstklassigen Pub um die Ecke empfahl. Name: Thomas Becket - wie passend!
Darauf folgte gleich wieder eine Suche getreu der Frage "Wie finden wir einen Supermarkt, der nach 19 Uhr noch geöffnet hat?". Da die Situation in dieser Hinsicht eher HH-Volksdorf ähnelte und nicht den Londoner Außenbezirken, sind wir doch noch eine Weile umher gelaufen, bevor wir dann schließlich einen Tesco fanden, der uns mit Wein und Schokoladen Cupcakes austatten konnte. Hierbei handelte es sich nämlich um notweniges Beiwerk zu einem netten Spieleabend im gemütlichen Hostel.
Der folgende Tag hielt für uns erfreulicherweise ausgesprochen sonniges Wetter bereit. Um dieses (in letzter Zeit hier selten gesehen...) ordentlich auszunutzen, haben wir uns fast ausschließlich aufs Spazierengehen beschränkt. So ging es von der Ruine einer der ältesten englischen Kirchen auf die andere Seite der Innenstadt zum letzten erhaltenen Tor der Stadtmauer und zwischendurch immer wieder durch die hübschen Straßen mit den entzückenden Häusern in der Altstadt. Nicht zu vergessen natürlich auch den wunderschönen Weg entlang an einem kleinen Flüsschen. Und das ganze bei Sonnenschein - habe ich das schonmal erwähnt?
Das Museum über die Canerbury Tales von Geoffrey Chaucer haben wir dann letztendlich leider nicht mehr besucht. Aber eventuell kann man ja nochmal einen Tagesausflug dorthin machen. Schließlich ist Canterbury gar nicht so weit weg von London. Und vielleicht sollte ich sowieso erstmal das Buch gelesen haben...
Woher ich meine historischen Informationen beziehe? Nun ja, wir fleißigen Studentinnen haben brav eine "guided tour" gebucht, um uns informativ beschallen zu lassen. Wie der Zufall es wollte, hatten wir das Glück, dass zu dieser Zeit außer uns niemand so wissbegierig war. Wir hatten also einen knuffigen ehemaligen Geschichtslehrer ganz für uns allein, der uns deutlich über 90 Minuten die Historie dieses Gotteshauses näher gebracht hat. So durften wir nicht nur gespannt zuhören, wie und warum Thomas Becket seinerzeit ermordet wurde, sondern auch Fragen stellen und beantworten, Texte vorlesen und den Pilgerpfad entlang wandern. Wenn wir gewollt hätten, dann wäre es uns sicherlich auch möglich gewesen, die Gefühle der Pilger auf den Knien nachzuempfinden.
Donnerstag, 7. Januar 2010
Grüße aus dem Schneechaos
Ja, ich weiß, ich habe lange nicht geschrieben... Um genau zu sein mehr als zwei Monate nicht. Und ich wurde auch schon dafür gerügt - zurecht! Damit das nun nicht mehr nötig ist, wende ich mich jetzt wieder meiner selbstverschuldeten Mitteilungspflicht zu. ;-)
Glücklicherweise ist es momentan auch nicht besonders schwierig, ein Thema dafür zu finden: Schnee. Sowas hat man hier in England sowieso selten (kennt man ja aus Norddeutschland...). Und jetzt gibt es schönen Schnee, nur leider gleich so viel, wie zum letzten mal Anfang der 80er. Das stellt die Briten vor große Probleme. Ich persönlich freue mich darüber, denn
1. sieht es schön aus,
2. muss ich ja momentan nicht weit reisen und
3. hatte ich gestern schulfrei.
Schneefrei, um genau zu sein. Das war schon eine entspannte Begrüßung für das neue (Arbeits-)jahr. Einen Tag arbeiten (montags habe ich sowieso frei) und dann schön den nächsten Tag frei haben. Wieder einen Tag später allerdings, also heute um genau zu sein, musste ich morgens um 7.30 Uhr im Internet lesen, dass meine Schule in Potters Bar die einzige ist (und es gibt einige insgesamt), die NICHT geschlossen ist. Ich finde es ja im Prinzip gut, dass unser Schulleiter wenn irgend möglich die Schule geöffnet haben will, aber wenn ALLE anderen geschlossen bleiben, dann wird das schon auch seinen Grund haben.
Und einen möglichen Grund dafür habe ich dann selbst erleben dürfen, als ich auf meinen Zug wartete: Als ich am Bahnhof ankam, war noch nicht mal der Zug VOR meinem angekommen. Die Anzeige sagte nur "delayed" anstatt, wie üblich "expected at ...". Das war schonmal kein gutes Zeichen. So ging das also eine Weile weiter, dass sich einfach alle Leute die Beine in den Bauch gestanden haben. Dann irgendwann gab es eine Zeit, wann der Zug ankommen sollte, ABER er sollte dann bei uns enden und nicht mehr weiter fahren. Toll. Also auf den nächsten, mittlerweile natürlich auch schon sehr verspäteten Zug, hoffen. Dieser wurde dann irgendwann ganz gestrichen. Die Anzeige des wiederum nächsten Zuges startete dann mit einer Verspätung um ca. 7 Minuten, welche sich aber etwa alle 5 Minuten um ungefähr 5 Minuten erhöhte... Kurzum: Ich stand eine gute Stunde lang am Bahnhof und es kam anstelle von 4 Züge die ganze Zeit über kein einziger und eine Ende dieser Geschichte war nicht in Sicht. Ich habe dann kurzerhand meinem Mentor an der Schule auf die mailbox gesprochen und entschlossen, dass ich so nicht zur Arbeit kommen kann. Und bin wieder nach Hause gegangen.
Zusammenfassen kann man das ganze mit meinem heutigen Bahnhofs-Lieblingszitat:
"This is a customer announcement: The 09:08 First Capital Connect service to Welwyn Garden City is delayed by approximately 1 hour and 10 minutes. We apologise for the severe delay to this service. This is due to the severe weather conditions we are currently experiencing."
Nun ja, wenigstens war ich heute viel an der frischen Luft!
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