Mittwoch, 4. November 2009

My wonderful holiday trip

Kaum hatte man angefangen zu arbeiten, da hörte man auch schon wieder auf: Nach nichtmal einem Arbeitsmonat hatten wir eine Woche Ferien. Half-term, wie man hier so schön sagt. Die Versuchung war natürlich groß, in dieser Zeit die geliebte Heimat zu besuchen. Aber, dachten wir uns, man muss seine Chancen ja auch nutzen! Also habe ich mit vier weiteren Deutschen Fremdsprachenassistentinnen hier aus der Gegen kurzum einen Urlaub gebucht. Dieser Urlaub führte uns dann zunächst für zwei Nächte - und natürlich die dazugehörigen Tage - nach Cardiff. Da wir vorher noch nie in Wales gewesen waren, bot es sich ja quasi an, den Anfang in der noch ziemlich jungen Hauptstadt zu machen. Hierbei handelt es sich zwar nicht unbedingt um eine außergewöhnlich schöne Stadt, aber zu sehen und zu tun fanden wir trotzdem reichlich. Am meisten beeindruckt hat uns das Schloss, Cardiff Castle (s. Bild 1), welchem wir gleich in den ersten Stunden einen längeren Besuch abstatteten. Die dazugehörigen Gebäude und die gesamte Anlage sehen nicht nur ausgesprochen hübsch aus, man kann auch einiges über die Geschichte des Landes lernen, wenn man sich per Audiotour anhört, wer das Gebäude zu welcher Zeit womit und warum erweitert, abgerissen oder verändert hat. (Audiotour auf Englisch versteht sich, wir wollen ja die Sprache lernen!)
Auch sehr reizvoll an Cardiff ist die Lage am Meer. Und man beachte, dass das in diesem Fall natürlich nicht die Nordsee ist, sondern der Atlantik, was sich absolut auch klimatisch auswirkt. Ich konnte es kaum glauben, als ich an einem späten Oktober-Nachmittag ohne Jacke unterwegs war und mir erst mit einbrechender Dämmerung kühl wurde. Fast direkt am Wasser findet sich auch ein ziemlich beeindruckendes Konzerthaus (s. Bild 2), was die Waliser vor nicht allzulanger Zeit erbaut haben. Auch gut verdeutlichen kann man an diesem Bild, dass in Wales grundsätzliche alles in zwei Sprachen zu lesen ist. So kann man an jener concert hall die Englischen Worte "In these stones horizons sing" sowie auch das Walisische Pendant lesen. Na, wer kann es entziffern? Unsere Weiterreise führte uns dann in die umwerfend schöne Stadt Bath. Hier war so einiges bemerkenswert. Angefangen von den entzückenden kleinen Straßen und Geschäften über die wunderschönen Häuser, die auf eigene Art beeindruckende Architektur bis hin zu den alten römischen Bädern. Nicht umsonst war den Reichen (und Schönen?) der Ort auch im 18. Jahrhundert bekannt. Sie kamen hierher, um sich zu erholen und, wie es auch schon die Römer taten, ihre Leiden in den heißen Bädern zu heilen. Besonders erwähnenswert finde ich an dieser Stelle zunächst die Architektur. Das gesamte Stadtbild ist von zwei Architekten geprägt. John Wood the Elder und John Wood the Younger (Vater und Sohn, wer hätte es geahnt...) haben viele helle Häuser aus Sandstein gebaut und außerdem eine berühmt gewordene, halbkreis- oder kreisförmige Bauweise angewendet. Wer nach Bath kommt, muss also minestens einmal den Royal Crescent sowie auch The Circus (s. Bild 3) entlang schreiten. Auch kurz erwähnt seien noch die Römischen Bäder. Es ist ja schon beeindruckend genug, dass unter Bath eine heiße Quelle liegt, die täglich 1000e Liter Wasser mit einer Temperatur von über 40 Grad C an die Oberfläche bringt. Was aber noch viel mehr Erstaunen hervorruft ist die Ttsache, dass schon die Römer in der Lage waren, diese "heilige Quelle" für Bäder zu nutzen. Sie haben in diesen Räumen sogar eine Fußbodenheizung eingebaut... Alles in allem also: Definitely worth seeing!!! Von Bath aus haben wir es uns dann natürlich auch nicht entgehen lassen, eine Tour nach Stonehenge zu machen. Neben den Steinen, die uns erwarteten, war auch noch unser Busfahrer und Tourführer ein Erlebnis, denn er hat uns die gesamte Fahrt über mit zahllosen Fakten, Fiktionen, Stories und Geschichtserzählungen unterhalten und das auch noch auf eine ausgesrochen freundlich-witzige Art. An der Steinstätte selbst begegnet man dann nicht nur einem frischen Lüftchen, da sie auf einem Hügel liegt, sondern auch vielen andern Menschen (wobei sich das zu dieser Jahreszeit noch in grenzen hält) und zwei Autobahnen, auf die man einen ebenso guten Blick hat, wie auf Stonhenge selbst. Aber nun genug Gemecker... Der Ort ist zwar ziemlich touristisch aufgemacht und man darf nicht darüber nachdenken, wie viele knipsende Japaner um einen herum stehen. Nichtsdestotrotz hält man doch inne, wenn mann sich überlegt, wie die ersten Steine bereits vor 5000 Jahren dorthin transportiert wurden. Zu einer Zeit, also das Rad als Prinzip noch nicht erfunden war, wurden riesige, massive Steine 100e von Kilometern transportiert - und wir wissen heute nicht, warum eigentlich. Außerdem ist beeindruckend, dass die Menschen damals schon so sehr die Sonne beobachtet hatten, dass sie ihre Kultstätte bewusst nach ihrem Verlauf gebaut haben. Nicht nur scheint die Sonne an Mittsommer genau durch ein "Steintor" auf einen Altarstein in der Mitte des Kreises, jeden Monat wieder trifft ihr Licht eine ganz bestimmte Stelle. Und warum die ganze Arbeit und Genauigkeit? Das wird wohl zunächst ein Rätsel der Menschheit bleiben... Alles in allem kann ich nur sagen: England hat schon einiges zu bieten! :-)

Samstag, 17. Oktober 2009

As time goes by...

Tja, nun ist es schon eine ganze Weile her, dass ich hier das letzte Mal von meinen Erlenissen erzählt habe. In der Zwischenzeit ist natürlich wahnsinnig viel passiert. Ich habe nicht nur in meiner Umgebung gut Fuß gefasst, sondern auch London näher kennengelernt. An der Schule fühle ich mich auch so langsam heimisch und der erste Urlaub ist geplant. Da wäre also zunächst mal: 1. London und Umgebung
Man kann nur jedes Mal wieder staunend nach Hause fahren, weil einem bewusst geworden ist, wie viel es eigentlich zu sehen und zu tun gibt. Ich habe bisher die National Galery, die Ausstellung in der British Library (Beethovens Stimmgabel inklusive!) sowie das Natural History Museum betreten und jeweils nicht annähernd die Hälfte angeschaut. Der Vorteil ist natürlich, dass Museen dieser Art (will sagen: NICHT Madam Tussaud's oder so) hier sympathischerweise umsonst sind! Und da ich ja schließlich keine Touristin bin, kann ich an alle diese Orte nochmal wiederkehren - bei schlechtem Wetter! So wie das Wetter nämlich momentan ist, macht man lieber folgendes: Hyde Park besuchen, durch den St James Park spazieren oder im Regents Park faulenzen. EIne tolle Verbindung von moderner Kunst und Natur bietet im Übrigen der Hyde Park mit der Serpentine Gallery. Nicht zu vergessen natürlich auch, dass man hervorragend die Oxford Street, den Piccadilly Circus oder ähnliche Touristen-Hochburgen begehen kann. Man beachte: Besser nicht am Wochenende! Einige hervorragende Abendbeschäftigungen bieten sich freilich auch. Darunter bisher: Konzert mit dem London Symphony Orchestra im Barbican Centre, Ballett im Sadler's Wells sowie eine Art inszenierter Liederabend in einem kleinen "Nebentheater" des Royal Opera House. Als ich versucht habe, für nächsten Samstag Karten für "Carmen" zu bekommen, stellte ich leider fest, dass das wohl schon ausverkauft ist. Mag daran liegen, dass Elina Garanca die Titelrolle singt... 2. Apart from London Abgesehen von der spektakulären Inselhauptstadt habe ich es mittlerweile auch mal zu einem anderen berühmten Ort geschafft: Cambridge. Ich kann nur sagen: Wer dort studiert, der ist nicht nur offensichtlich einigermaßen begabt, sondern hat auch ansonsten ziemlich Glück. Die Stadt bietet wunderschöne alte Architektur - unter anderem eben genau die Colleges, in welchen sich die intelligente Prominenz ausbilden lies. Zudem ist sie auch ziemlich grün mit einem entzückenden Kanal, über welchen sich noch entzückendere Brücken schwingen. Und wenn man davon noch nicht genug befriedigt ist, dann lohnt es sich auch, einen Shoppingtrip dorthin zu wagen. Die Auswahl an kleinen und größeren Geschäften - Marken, Ketten sowie Boutiquen - kann sich sehen lassen. Aber was kann man hier wohl am besten kaufen? BÜCHER! Ich sage nur folgendes: 3 Stück für je 1 Pfund! 3. Settling in Aber selbstverständlich bin ich nicht nur die ganze Zeit auf Reisen. Ich halte mich natürlich auch des öfteren "zu Hause" auf und verbringe einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit in der Schule. An beiden Orten habe ich mich mittlerweile so gut eingelebt, wie man das in einem knappen Monat eben kann. In meinem Bett schlafe ich wie ein Stein, ich kann die Haustür problemlos auf- und abschließen (das war nicht von Anfang an so!) und mein Zimmer ist einigermaßen persönlich hergerichtet. An der Schule klappt auch alles immer besser. Ich finde die Räume mittlerweile eigenhändig und verlaufe mich nicht mehr zwischen den verschiedenen Gebäuden. Auch ist es mir endlich gelungen, meine Fingerabdrücke zu registrieren, mit denen ich nämlich mein Mittagessen bezahlen kann! Womit ich mich jedoch noch weiterhin beschäftigen muss, ist das Lernen der Namen aller Schüler. Aber ich habe ja noch gute 7 Monate Zeit...

Sonntag, 27. September 2009

My first day in the city

Da ich ja momentan noch nicht offiziell zu arbeiten habe, war es am Donnerstag dann an der Zeit, mich gebührend vom Nichtstun abzulenken. Und wie sollte das leichter gehen als mit einem ersten Ausflug nach London?! Nach langem Suchen (man hat ja doch einige Auswahmöglichkeiten dort...) habe ich mich dann für die Camden Markets als Reiseziel entschieden. Und gerade, weil das Wetter hier zur Zeit noch so ausgesprochen schön und warm ist, stellte sich dies als gute Entscheidung heraus. Nachdem ich schon den "Camden Market" beeindruckend vollgestellt fand, wurde ich von der Größe des "Camden Lock Market" umso mehr überrascht. Aber dieser wundervolle Markt ist nicht nur riesig, er ist auch ausgesprochen schön gelegen - direkt am Kanal (lock = Schleuse) und bietet eine derartig vielfältige Auswahl an niedlichen kleinen Ständen, dass ich mich problemlos 3 Stunden lang dort herumgetrieben habe. Schmuck, Kerzen, Seifen, Bücher, mehr Schmuck, Kleidung, Deko, noch mehr Schmuck sowie - natürlich - zahlreiche Essensstände erforderten ganz shcönes Durchhaltevermögen im Nichtkaufen. Aber trotz allem hieß es irgendwann Weiterziehen. Und zwar mit einem kleinen Spaziergang zum Primrose Hill, von wo aus man einen herrlichen Blick über London hat. Nach meinem langen Rumlaufen war hier dann auch eine Pause nötig: Ins Gras setzen und Jane Austen lesen. Warum macht man sowas eigentlich zu Hause so selten? Mit frisch getankten Kräften ging der Spaziergang dann weiter durch den Regent's Park. Zunächst indet man hier nur viel Grünlächen, die für's Fussballspielen hervorragend geeignet sind. Sie sehen jedoch nicht besonders schön aus... Wenn man dann jedoch Queen Mary's Gardens erreicht hat, wird man für alles entschädigt. Genaueres will ich dazu gar nicht sagen, außer: Es gibt schon wirklich unglaublich viele verschiedene Rosenarten - und dann auch noch mit so seltsamen Namen... Des weiteren empfehlenswert sind dann auch auf jeden Fall noch die Wildlife Gardens. Aber nun genug des Schwärmens... Zum würdigen Abschluss dieses Tages habe ich mich dann mit Meike und Franzi getroffen - wirklich gut, Menschen zu treffen, mit denen man sich austauschen kann! Da fühlt man sich gleich mehr zu Hause! Danke dafür!

Donnerstag, 24. September 2009

It's different over here...

Also, dass hier auf der anderen Straßenseite Auto gefahren wird, das war mir ja bewusst. Aber es ist und bleibt TROTZDEM seltsam! Wenn ich bei jemandem im Auto mitfahre, denke ich beim Abbiegen immer, dass uns gleich einer in die Seite kracht. Ganz schön anstrengend, diese Aufregung! Aber auch abgesehen davon ist es schon ein wnei anders hier drüben. Da kann man noch so lange davon reden, dass ich ja immer noch in Westeuropa bin. Es ist eben doch eine Insel mit ihren ganz eigenen Regeln. Zuerstmal gibt es hier ja keinen Euro (Frechheit!) und zudem schreiben die hier anscheinend auf ihre Geldscheine. Beim Geld abheben gestern bekam ich gleich mehrere 20 Pfund Scheine, auf denen Kugelschreiber-Kritzeleien waren... Dann ist da die Klospülung, die man glaube ich nicht verstehen kann. Man kann nur hoffen, dass sie so, wie man sie benutzt, funktioniert. Die Haustür befremdet mich auch ein wenig, sie hat nämlich keine Klinke... Und zu guter Letzt muss noch erwähnt werden, dass es beim Sainsburys doch allen Ernstes solche Massen an Tee zu kaufen gibt, dass sie den Namen "tea bags" wirklich verdienen. Ich verbleibe mit der Hoffnung, dass ich in den nächsten Tagen den komischen Verkehr überleben und hoffentlich noch viele andere, interessante Dinge zu sehen bekomme, die eben einfach "different" sind.

Mittwoch, 23. September 2009

Journey completed!

Nun ist es bald 22 Stunden her, dass ich gestern meinen ersten Schritt auf dem königlichen Grund des United Kingdom getan habe. Die Reise dahin war ziemlich unkompliziert und doch recht lang und keineswegs leicht. Was die technischen Dinge anging so hatte ich keine nennenswerten Probleme. Der ICE von Hamburg hatte nur 5Minuten Verspätung, die S-Bahn in Hannover fuhr - wider erwarten - plangemäß und ich war so rechtzeitig am Flughafen, dass ich als erste für den Flug eingecheckt habe. Im Flugzeug selbst hatte ich dann das Glück, als einzige in einer Dreierreihe zu sitzen - also alles in allem ausgesprochen bequem. In Stansted angekommen sprach mich dann nach einiger Zeit eine Frau an: "Excuse me, are you from Germany? And are you a Teaching Assistant?" Hm, sieht man mir das an? Offensichtlich - zumindest fand sie, dass ich von allen Wartenden am Deutschesten aussah. :-D Es stellte sich dann heraus, dass sie die Nachbarin meines Betreuungslehrers ist, welcher uns beide zusammen vom Flughafen abholen wollte. Ich wusste nichts von einer weiteren Mitfahrerin, sie hingegen schon. Also konnten wir zusammen weiter warten und ich hatte meinen ersten Kontakt in England - und wenn sie auch selbst Deutsche war...

Montag, 21. September 2009

Countdown

Nun sind es keine 24 Stunden mehr (voraussichtlich), bis ich in einem anderen Land bei einer fremden Frau in einem unbekannten Zimmer sitzen werde. Der morgige Tag wird dann in etwa so aussehen: 14:30 Uhr das Haus verlassen 14:37 Uhr die U-Bahn kriegen 15:24 Uhr in den ICE steigen 17:05 Uhr in Hannover vielleicht die S-Bahn erwischen (vielleicht aber auch nicht, wegen Bauarbeiten - dann 30 Minuten später) 17:23 Uhr (oder 30 Minuten später) Ankunft am Flughafen ab 17:45 Uhr Check In bis 19:30 Uhr seeeeehr viel Zeit 19:45 Uhr huuiii, das Flugzeug fliegt 20:10 Uhr (Achtung, Zeitverschiebung!!!) Ankunft in London Stansted --> auf Gepäck warten --> meinen Betreuungslehrer = Abholer finden ca. 21:30 Ankunft bei Kathy Larkins und dann? Keine Ahnung...
Soweit die Planung. Wie es dann tatsächlich läuft wird sich im Laufe des Tages herausstellen. Es scheint ein Tag mit viel Leerlauf und viel rumsitzen zu werden (ICE, Straßenbahn, auf dem Flughafen, im Flugzeug), aber vielleicht hat das auch sein Gutes. Schließlich ist die ganze Sache schon aufregend genug... Kurzum: Alle, die mit mir mitfiebern wollen sind herzlich eingeladen!

Donnerstag, 20. August 2009

Herzlich Willkommen!

Noch weile ich in heimischen Landen und werde nicht von einer fremden Umgebung abgelenkt. Ein guter Zeitpunkt also, um einige Minuten mit der Erstellung meines ersten eigenen Blogs zu füllen. Der Anlass liegt noch einen guten Monat entfernt: Am 22. September geht mein Flug von Hannover nach London-Stansted. Dort heißt es dann erstmal eingewöhnen bevor ich meine 8monatige Fremdsprachenassistenz dort starte. Aber das soll soweit reichen für meinen ersten "Probe"-Post. Vielen Dank an alle, die sich hierfür, ergo für mein bescheidenes Dasein, interessieren.