Dienstag, 9. März 2010

Ein anderes London

Im Februar war es mal wieder soweit: Half term holidays - was für eine herrliche Erfindung! Sie ermöglichten es mir diesmal, eine gute Woche in Deutschland zu verbingen und nicht nur einen wichtigen Geburtstag mit einer wichtigen Person zu feiern, sondern auch viele "alte Bekannte" wieder zu sehen.
Nach Abschluss dieser wohltuenden Zeit hat mich dann meine Schwester zurück nach England begleitet, was mir dann auch den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben hier etwas versüßen konnte. Bei der ersten Gelegenheit war natürlich gleich ein strammes Sightseeingprogramm angesagt: Zuerst gingen wir zum Buckingham Palace, um nachzuschauen, ob die Queen denn auch zu Hause ist. Weiter führte uns unser Marsch dann durch den St. James Park zum Trafalgar Square inklusive National Gallery und, nicht zu vergessen, Blick auf die Kirche St. Martin-in-the-fields. Nachdem wir dann noch den kostenlosen Eintritt in die Nationalgalerie ausgenutzt hatten, machten wir uns weiter auf den Weg durch Englands Metropole. Das nächste Ziel: Piccadilly Circus. Sehr vorteilhaft für diese Umgebung war die bereits angebrochene Dunkelheit, die die Lichter und Farben besonders zur Geltung kommen lässt. Selbiges gilt ebenso für den Weg an der Themse, welchen wir aschließend von der Millenium Bridge bis zur Westminster Bridge entlang spazierten - vorbei an herrlichen Aussichtspunkten auf zwei der bekanntesten Merkmale Londons: Das London Eye sowie Big Ben. Nach diesem London-Einstieg verbrachten wir einen verregneten Nachmittag auf dem Camden Lock Market - im Prinzip immer einen Besuch wert, aber bei schlechtem Wetter (und mit trotzdem noch sehr vielen Menschen) doch ein wenig anstrengend. Demnach dann also am darauffolgenden Tag ab auf die Oxford Street. Hier kann man ich in ein Geschäft nach dem anderen stürzen, nach Belieben Klamotten anprobieren, nach Vermögen Geld ausgeben und vorallem vor dem schlechten Wetter flüchten. Da wir aber noch längst nicht shopping-befriedigt waren und außerdem auf der Suche nach besonderen Einkaufserlebnissen, machten wir uns also am Wochenende auf zu zwei ganz besonderen Wochenendmärkten in London. Am Samstag zunächst der berühmte Protobello Road Market in Notting Hill. Zum Teil, weil wir an diesem Tag etwas mehr mit gutem Wetter gesegnet waren, und zum anderen, weil dieser Stadtteil einfach genial ist: Wir hatten einen ganz hervorragenden Tag inmitten von bunten Häusern, verschiedensten Marktständen und facettenreichen Menschen. Den perfekten Abschluss für diesen Tag bildete dann ein Besuch im Royal Opera House. Auch wenn das musikalische Ohr natürlich immer die eine oder andere Kleinigkeit auszusetzen hat: In diesem weltklasse Haus haben wir wirklich einen Abend verbracht, bei dem die Inszenierung, das Bühnenbild, die Sänger und nicht zuletzt das Ambiente gemeinsam für ein unvergessliches Erlebnis gesorgt haben. Ein weiterer sehenswerter Markt erwartete uns am Sonntag nahe der Bricklane. Bevor meine Leser jetzt allerdings denken, wir hätten uns ausschlielich der Kauflust hingegeben: Nein, nein! Zuvor gönnten wir uns noch einen Abstecher zu den nahe beieinander liegenden Bahnhofe King's Cross und St. Pancras. Der eine berühmt durch die vielen Harry Potter Romane, der andere durch einige Eurostar Geschichten... Später dann auf zur Bricklane. Hier eröffnen sich regelmäßig die Tore des Spitalfields Market sowie einmal pro Woche zusätzlich des Sunday Up Markets. Insgesamt gab es hier ebenfalls wieder sehr viel sehen, zu kaufen, zu essen, zu probieren... Allerdings gab es ebenso viele Menschen, die das selbe vorhatten wie wir. Dementsprechend musste man gute Nerven haben, um das Schlendern genießen zu können und man musste viel Geduld haben, um etwas essbares zu ergattern. Aber dennoch kann ich auch diesen Markt nur empfehlen. Besonders jenen, die gern in Vintage-Läden und an Second-Hand-Ständen stöbern. Auf dem Sunday Up Market sind diese Personen ebenso gut aufgehoben wie in Notting Hill. Nachdem ich mit den vielen Märkten eine für mich noch ziemlich neue Facette Londons kennengelernt hatte (eine ganz großartige Facette, dank dir, Frauke!), haben wir uns an unserem letzten kompletten Tag in London nochmal aufgemacht, die Seite der Stadt zu bewundern, die ich schon etwas besser kannte. Die Seite der Kirchen und Museen. Da war zunächst die gigantische und unfassbar beeindruckende St. Paul's Cathedral. Dazu kann ich eigentlich nur zwei Dinge sagen: 1. Geht hin und guckt es euch an! 2. Klettert, wenn ihr könnt, an einem schönen Tag die insgesamt 528 Stufen auf die obeste Aussichtsplattform und genießt einen unbeschreiblichen Blick über London! Nach der Kultur ging es weiter mit Kunst und Wissenschaft. Der National Gallery statteten wir vor lauter Begeisterung (und weil sie beim ersten Besuch zu großen Teilen gesperrt war) einen zweiten Besuch ab und nach einem Schönwetterspaziergang (ja, endlich Sonne!!!) durch den Hyde Park inklusive Eichhörnchenbegegnungen haben wir uns noch über Dinosaurier sowie den menschlichen Körper im Natural History Museum bilden lassen. Alles in allem kann ich nur sagen: Wir haben viel mehr tolle Dinge gemacht, als hier Erwähnung finden können und ich habe die Tage sehr genossen. Es tat ausgesprochen gut, jemanden hier bei mir zu haben, der mir nahe steht und mich gut kennt im Kontrast zu einer Umgebung, die ich zwar mag, die mir aber nicht vertraut ist - zumindest nicht so, wie "zu Hause" ...
DANKE FRAUKE!!! P.S.: Entschuldigung an alle: Das Layout ist absolut missraten und vor lauter Müdigkeit bekomme ich es heute nicht mehr besser hin... Ich hoffe, ihr lest trotzdem!

Mittwoch, 27. Januar 2010

Canterbury - Erzbischof und Chaucer

Nachdem das neue Jahr nun schon einige Wochen alt war, wurde es Zeit für den nächsten Kurztrip. So haben wir uns also zu viert für ein Wochenende nach Canterbury aufgemacht - bekannt durch das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche sowie auch einen der ersten englischen Dichter.
Schon der Beginn unserer Reise war in gewisser Weise bemerkenswert, denn wir sind von dem umwerfend riesigen und wundervoll renovierten Bahnhof St Pancras International gestartet. Ganz genau, da, wo auch die Eurostars losfahren, die dann später im Tunnel steckenbleiben... Wie dem auch sei, unsere Hinfahrt war jedenfalls problemlos und sehr bequem mit einem schicken High Speed Train, der irgendwie trotzdem an jedem Dorf gehalten hat. Nachdem wir in Canterbury unser Hostel gefunden hatten (unser Tipp: verlasst euch niemals auf Wegbeschreibungen, guckt euch immer eine Karte an!), konnten wir erstmal gemütlich ankommen und unsere tolle Unterkunft genießen. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie habe ich hier auf der Insel immer nur Glück mit den Hostels! Unser erster Programmpunkt hieß natürlich: Die Stadt erkunden sowie die Touristeninformation finden. Beides erfolgreich abgeschlossen begaben wir uns dann in die berüchigte Canterbury Cathedral. Und ohne zu übertreiben kann ich behaupten: Das ist wirklich eine der mächtigsten, schönste, größten und beeindruckendsten Kirchen, die ich in meinem Leben bisher betreten durfte! Allein die Größte ist natürlich schon beeindruckend. Dazu kommen dann noch eine atemberaubend lange und auch spannende Geschichte sowie auch wunderschöne und liebevoll gestaltete Details.
Woher ich meine historischen Informationen beziehe? Nun ja, wir fleißigen Studentinnen haben brav eine "guided tour" gebucht, um uns informativ beschallen zu lassen. Wie der Zufall es wollte, hatten wir das Glück, dass zu dieser Zeit außer uns niemand so wissbegierig war. Wir hatten also einen knuffigen ehemaligen Geschichtslehrer ganz für uns allein, der uns deutlich über 90 Minuten die Historie dieses Gotteshauses näher gebracht hat. So durften wir nicht nur gespannt zuhören, wie und warum Thomas Becket seinerzeit ermordet wurde, sondern auch Fragen stellen und beantworten, Texte vorlesen und den Pilgerpfad entlang wandern. Wenn wir gewollt hätten, dann wäre es uns sicherlich auch möglich gewesen, die Gefühle der Pilger auf den Knien nachzuempfinden.
Anschließend an diesen ausgesprochen lehrreichen und beseelenden Kathedralenbesuch war dann die Essenssuche angesagt. Nachdem wir uns zunächst in einem Café darauf geeinigt hatten, dass wir als nächstes einen Pub zum Abendessen suchen wollten, stellte sich heraus, dass die meistens dieser Art in Canterbury nach 17 Uhr keine Speisen mehr servieren... Aber zum Glück sind die Briten ja so außerordentlich höflich und es fand sich ein netter Herr, der uns einen erstklassigen Pub um die Ecke empfahl. Name: Thomas Becket - wie passend! Darauf folgte gleich wieder eine Suche getreu der Frage "Wie finden wir einen Supermarkt, der nach 19 Uhr noch geöffnet hat?". Da die Situation in dieser Hinsicht eher HH-Volksdorf ähnelte und nicht den Londoner Außenbezirken, sind wir doch noch eine Weile umher gelaufen, bevor wir dann schließlich einen Tesco fanden, der uns mit Wein und Schokoladen Cupcakes austatten konnte. Hierbei handelte es sich nämlich um notweniges Beiwerk zu einem netten Spieleabend im gemütlichen Hostel. Der folgende Tag hielt für uns erfreulicherweise ausgesprochen sonniges Wetter bereit. Um dieses (in letzter Zeit hier selten gesehen...) ordentlich auszunutzen, haben wir uns fast ausschließlich aufs Spazierengehen beschränkt. So ging es von der Ruine einer der ältesten englischen Kirchen auf die andere Seite der Innenstadt zum letzten erhaltenen Tor der Stadtmauer und zwischendurch immer wieder durch die hübschen Straßen mit den entzückenden Häusern in der Altstadt. Nicht zu vergessen natürlich auch den wunderschönen Weg entlang an einem kleinen Flüsschen. Und das ganze bei Sonnenschein - habe ich das schonmal erwähnt? Das Museum über die Canerbury Tales von Geoffrey Chaucer haben wir dann letztendlich leider nicht mehr besucht. Aber eventuell kann man ja nochmal einen Tagesausflug dorthin machen. Schließlich ist Canterbury gar nicht so weit weg von London. Und vielleicht sollte ich sowieso erstmal das Buch gelesen haben...

Donnerstag, 7. Januar 2010

Grüße aus dem Schneechaos

Ja, ich weiß, ich habe lange nicht geschrieben... Um genau zu sein mehr als zwei Monate nicht. Und ich wurde auch schon dafür gerügt - zurecht! Damit das nun nicht mehr nötig ist, wende ich mich jetzt wieder meiner selbstverschuldeten Mitteilungspflicht zu. ;-) Glücklicherweise ist es momentan auch nicht besonders schwierig, ein Thema dafür zu finden: Schnee. Sowas hat man hier in England sowieso selten (kennt man ja aus Norddeutschland...). Und jetzt gibt es schönen Schnee, nur leider gleich so viel, wie zum letzten mal Anfang der 80er. Das stellt die Briten vor große Probleme. Ich persönlich freue mich darüber, denn 1. sieht es schön aus, 2. muss ich ja momentan nicht weit reisen und 3. hatte ich gestern schulfrei. Schneefrei, um genau zu sein. Das war schon eine entspannte Begrüßung für das neue (Arbeits-)jahr. Einen Tag arbeiten (montags habe ich sowieso frei) und dann schön den nächsten Tag frei haben. Wieder einen Tag später allerdings, also heute um genau zu sein, musste ich morgens um 7.30 Uhr im Internet lesen, dass meine Schule in Potters Bar die einzige ist (und es gibt einige insgesamt), die NICHT geschlossen ist. Ich finde es ja im Prinzip gut, dass unser Schulleiter wenn irgend möglich die Schule geöffnet haben will, aber wenn ALLE anderen geschlossen bleiben, dann wird das schon auch seinen Grund haben. Und einen möglichen Grund dafür habe ich dann selbst erleben dürfen, als ich auf meinen Zug wartete: Als ich am Bahnhof ankam, war noch nicht mal der Zug VOR meinem angekommen. Die Anzeige sagte nur "delayed" anstatt, wie üblich "expected at ...". Das war schonmal kein gutes Zeichen. So ging das also eine Weile weiter, dass sich einfach alle Leute die Beine in den Bauch gestanden haben. Dann irgendwann gab es eine Zeit, wann der Zug ankommen sollte, ABER er sollte dann bei uns enden und nicht mehr weiter fahren. Toll. Also auf den nächsten, mittlerweile natürlich auch schon sehr verspäteten Zug, hoffen. Dieser wurde dann irgendwann ganz gestrichen. Die Anzeige des wiederum nächsten Zuges startete dann mit einer Verspätung um ca. 7 Minuten, welche sich aber etwa alle 5 Minuten um ungefähr 5 Minuten erhöhte... Kurzum: Ich stand eine gute Stunde lang am Bahnhof und es kam anstelle von 4 Züge die ganze Zeit über kein einziger und eine Ende dieser Geschichte war nicht in Sicht. Ich habe dann kurzerhand meinem Mentor an der Schule auf die mailbox gesprochen und entschlossen, dass ich so nicht zur Arbeit kommen kann. Und bin wieder nach Hause gegangen. Zusammenfassen kann man das ganze mit meinem heutigen Bahnhofs-Lieblingszitat: "This is a customer announcement: The 09:08 First Capital Connect service to Welwyn Garden City is delayed by approximately 1 hour and 10 minutes. We apologise for the severe delay to this service. This is due to the severe weather conditions we are currently experiencing." Nun ja, wenigstens war ich heute viel an der frischen Luft!

Mittwoch, 4. November 2009

My wonderful holiday trip

Kaum hatte man angefangen zu arbeiten, da hörte man auch schon wieder auf: Nach nichtmal einem Arbeitsmonat hatten wir eine Woche Ferien. Half-term, wie man hier so schön sagt. Die Versuchung war natürlich groß, in dieser Zeit die geliebte Heimat zu besuchen. Aber, dachten wir uns, man muss seine Chancen ja auch nutzen! Also habe ich mit vier weiteren Deutschen Fremdsprachenassistentinnen hier aus der Gegen kurzum einen Urlaub gebucht. Dieser Urlaub führte uns dann zunächst für zwei Nächte - und natürlich die dazugehörigen Tage - nach Cardiff. Da wir vorher noch nie in Wales gewesen waren, bot es sich ja quasi an, den Anfang in der noch ziemlich jungen Hauptstadt zu machen. Hierbei handelt es sich zwar nicht unbedingt um eine außergewöhnlich schöne Stadt, aber zu sehen und zu tun fanden wir trotzdem reichlich. Am meisten beeindruckt hat uns das Schloss, Cardiff Castle (s. Bild 1), welchem wir gleich in den ersten Stunden einen längeren Besuch abstatteten. Die dazugehörigen Gebäude und die gesamte Anlage sehen nicht nur ausgesprochen hübsch aus, man kann auch einiges über die Geschichte des Landes lernen, wenn man sich per Audiotour anhört, wer das Gebäude zu welcher Zeit womit und warum erweitert, abgerissen oder verändert hat. (Audiotour auf Englisch versteht sich, wir wollen ja die Sprache lernen!)
Auch sehr reizvoll an Cardiff ist die Lage am Meer. Und man beachte, dass das in diesem Fall natürlich nicht die Nordsee ist, sondern der Atlantik, was sich absolut auch klimatisch auswirkt. Ich konnte es kaum glauben, als ich an einem späten Oktober-Nachmittag ohne Jacke unterwegs war und mir erst mit einbrechender Dämmerung kühl wurde. Fast direkt am Wasser findet sich auch ein ziemlich beeindruckendes Konzerthaus (s. Bild 2), was die Waliser vor nicht allzulanger Zeit erbaut haben. Auch gut verdeutlichen kann man an diesem Bild, dass in Wales grundsätzliche alles in zwei Sprachen zu lesen ist. So kann man an jener concert hall die Englischen Worte "In these stones horizons sing" sowie auch das Walisische Pendant lesen. Na, wer kann es entziffern? Unsere Weiterreise führte uns dann in die umwerfend schöne Stadt Bath. Hier war so einiges bemerkenswert. Angefangen von den entzückenden kleinen Straßen und Geschäften über die wunderschönen Häuser, die auf eigene Art beeindruckende Architektur bis hin zu den alten römischen Bädern. Nicht umsonst war den Reichen (und Schönen?) der Ort auch im 18. Jahrhundert bekannt. Sie kamen hierher, um sich zu erholen und, wie es auch schon die Römer taten, ihre Leiden in den heißen Bädern zu heilen. Besonders erwähnenswert finde ich an dieser Stelle zunächst die Architektur. Das gesamte Stadtbild ist von zwei Architekten geprägt. John Wood the Elder und John Wood the Younger (Vater und Sohn, wer hätte es geahnt...) haben viele helle Häuser aus Sandstein gebaut und außerdem eine berühmt gewordene, halbkreis- oder kreisförmige Bauweise angewendet. Wer nach Bath kommt, muss also minestens einmal den Royal Crescent sowie auch The Circus (s. Bild 3) entlang schreiten. Auch kurz erwähnt seien noch die Römischen Bäder. Es ist ja schon beeindruckend genug, dass unter Bath eine heiße Quelle liegt, die täglich 1000e Liter Wasser mit einer Temperatur von über 40 Grad C an die Oberfläche bringt. Was aber noch viel mehr Erstaunen hervorruft ist die Ttsache, dass schon die Römer in der Lage waren, diese "heilige Quelle" für Bäder zu nutzen. Sie haben in diesen Räumen sogar eine Fußbodenheizung eingebaut... Alles in allem also: Definitely worth seeing!!! Von Bath aus haben wir es uns dann natürlich auch nicht entgehen lassen, eine Tour nach Stonehenge zu machen. Neben den Steinen, die uns erwarteten, war auch noch unser Busfahrer und Tourführer ein Erlebnis, denn er hat uns die gesamte Fahrt über mit zahllosen Fakten, Fiktionen, Stories und Geschichtserzählungen unterhalten und das auch noch auf eine ausgesrochen freundlich-witzige Art. An der Steinstätte selbst begegnet man dann nicht nur einem frischen Lüftchen, da sie auf einem Hügel liegt, sondern auch vielen andern Menschen (wobei sich das zu dieser Jahreszeit noch in grenzen hält) und zwei Autobahnen, auf die man einen ebenso guten Blick hat, wie auf Stonhenge selbst. Aber nun genug Gemecker... Der Ort ist zwar ziemlich touristisch aufgemacht und man darf nicht darüber nachdenken, wie viele knipsende Japaner um einen herum stehen. Nichtsdestotrotz hält man doch inne, wenn mann sich überlegt, wie die ersten Steine bereits vor 5000 Jahren dorthin transportiert wurden. Zu einer Zeit, also das Rad als Prinzip noch nicht erfunden war, wurden riesige, massive Steine 100e von Kilometern transportiert - und wir wissen heute nicht, warum eigentlich. Außerdem ist beeindruckend, dass die Menschen damals schon so sehr die Sonne beobachtet hatten, dass sie ihre Kultstätte bewusst nach ihrem Verlauf gebaut haben. Nicht nur scheint die Sonne an Mittsommer genau durch ein "Steintor" auf einen Altarstein in der Mitte des Kreises, jeden Monat wieder trifft ihr Licht eine ganz bestimmte Stelle. Und warum die ganze Arbeit und Genauigkeit? Das wird wohl zunächst ein Rätsel der Menschheit bleiben... Alles in allem kann ich nur sagen: England hat schon einiges zu bieten! :-)

Samstag, 17. Oktober 2009

As time goes by...

Tja, nun ist es schon eine ganze Weile her, dass ich hier das letzte Mal von meinen Erlenissen erzählt habe. In der Zwischenzeit ist natürlich wahnsinnig viel passiert. Ich habe nicht nur in meiner Umgebung gut Fuß gefasst, sondern auch London näher kennengelernt. An der Schule fühle ich mich auch so langsam heimisch und der erste Urlaub ist geplant. Da wäre also zunächst mal: 1. London und Umgebung
Man kann nur jedes Mal wieder staunend nach Hause fahren, weil einem bewusst geworden ist, wie viel es eigentlich zu sehen und zu tun gibt. Ich habe bisher die National Galery, die Ausstellung in der British Library (Beethovens Stimmgabel inklusive!) sowie das Natural History Museum betreten und jeweils nicht annähernd die Hälfte angeschaut. Der Vorteil ist natürlich, dass Museen dieser Art (will sagen: NICHT Madam Tussaud's oder so) hier sympathischerweise umsonst sind! Und da ich ja schließlich keine Touristin bin, kann ich an alle diese Orte nochmal wiederkehren - bei schlechtem Wetter! So wie das Wetter nämlich momentan ist, macht man lieber folgendes: Hyde Park besuchen, durch den St James Park spazieren oder im Regents Park faulenzen. EIne tolle Verbindung von moderner Kunst und Natur bietet im Übrigen der Hyde Park mit der Serpentine Gallery. Nicht zu vergessen natürlich auch, dass man hervorragend die Oxford Street, den Piccadilly Circus oder ähnliche Touristen-Hochburgen begehen kann. Man beachte: Besser nicht am Wochenende! Einige hervorragende Abendbeschäftigungen bieten sich freilich auch. Darunter bisher: Konzert mit dem London Symphony Orchestra im Barbican Centre, Ballett im Sadler's Wells sowie eine Art inszenierter Liederabend in einem kleinen "Nebentheater" des Royal Opera House. Als ich versucht habe, für nächsten Samstag Karten für "Carmen" zu bekommen, stellte ich leider fest, dass das wohl schon ausverkauft ist. Mag daran liegen, dass Elina Garanca die Titelrolle singt... 2. Apart from London Abgesehen von der spektakulären Inselhauptstadt habe ich es mittlerweile auch mal zu einem anderen berühmten Ort geschafft: Cambridge. Ich kann nur sagen: Wer dort studiert, der ist nicht nur offensichtlich einigermaßen begabt, sondern hat auch ansonsten ziemlich Glück. Die Stadt bietet wunderschöne alte Architektur - unter anderem eben genau die Colleges, in welchen sich die intelligente Prominenz ausbilden lies. Zudem ist sie auch ziemlich grün mit einem entzückenden Kanal, über welchen sich noch entzückendere Brücken schwingen. Und wenn man davon noch nicht genug befriedigt ist, dann lohnt es sich auch, einen Shoppingtrip dorthin zu wagen. Die Auswahl an kleinen und größeren Geschäften - Marken, Ketten sowie Boutiquen - kann sich sehen lassen. Aber was kann man hier wohl am besten kaufen? BÜCHER! Ich sage nur folgendes: 3 Stück für je 1 Pfund! 3. Settling in Aber selbstverständlich bin ich nicht nur die ganze Zeit auf Reisen. Ich halte mich natürlich auch des öfteren "zu Hause" auf und verbringe einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit in der Schule. An beiden Orten habe ich mich mittlerweile so gut eingelebt, wie man das in einem knappen Monat eben kann. In meinem Bett schlafe ich wie ein Stein, ich kann die Haustür problemlos auf- und abschließen (das war nicht von Anfang an so!) und mein Zimmer ist einigermaßen persönlich hergerichtet. An der Schule klappt auch alles immer besser. Ich finde die Räume mittlerweile eigenhändig und verlaufe mich nicht mehr zwischen den verschiedenen Gebäuden. Auch ist es mir endlich gelungen, meine Fingerabdrücke zu registrieren, mit denen ich nämlich mein Mittagessen bezahlen kann! Womit ich mich jedoch noch weiterhin beschäftigen muss, ist das Lernen der Namen aller Schüler. Aber ich habe ja noch gute 7 Monate Zeit...